SS-Unterscharführer
* 13.06.1904 in Ludwigsburg
letzter bekannter Wohnort: Oppenweiler
Reichsdeutscher
Beruf: Gerber/Schmied
(nach Beendigung der Schule eine Lehre als Schmied durchgemacht und war dann Arbeiter in einer Gerberei, in der er heute noch beschäftigt ist)
Verheiratet
ab 1940
Mitglied der Bewaffenverbände der SS
ab 00.04.1941 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, Mittelbau-Dora u. Kl Oranienburg
(bis zum Januar 45)
(00.04.1941 - Anfang 43.4. Wachkompanie in Auschwitz)
(ab Anfang 43 bis 1944 Fahrbereitschaft in Auschwitz)
(ab 1944 in der Praga-Halle in Auschwitz)
15.04.1943
Beförderung zum SS-Sturmmann
01.09.1943
Beförderung zum SS-Unterscharführer
Auschwitz, 8. Oktober 1943
Standortbefehl Nr. 45/43
Besuch der Ehefrau vom 5.10.-15.11.43
Wohnung: Haus Nr. 130 bei Ludwig
SS-Obersturmführer Kollmer Josef
Schreiben an den Schützen Wildermuth: »Ich bestrafe Sie gemäß DBO für den mobilen Zustand, § 8 Absatz C Ziffer 4, mit zehn Tagen [verschärftem] Arrest und anschließend sechs Wochen Ausgangssperre, weil Sie trotz wiederholt ausdrücklicher Wachbelehrung am 2.10.41 Ihren Posten beim Kommando Schulz verlassen haben, in Dwory, Gleisbau. Begründung: Sie waren am 2.10.41 beim Kommando Schulz, Gleisbau Dwory, als Posten eingestellt. Um die laufenden Arbeiten fortsetzen zu können, wurden Sie von einem Zivilarbeiter beauftragt, das Gleismaß in der nahegelegenen Schmiede durch einen Häftling holen zu lassen. Statt das fragliche Gleismaß in der Schmiedewerkstätte zu holen und sofort zu Ihrer Arbeitsstelle zurückzukehren, sind Sie mit dem Häftling in die Ortschaft Dwory gegangen und haben in seinem Beisein« oder »und haben in Ihrem Beisein«, heißt es aber, »den Häftling Lebensmittel von der Zivilbevölkerung entgegennehmen lassen. Sie selbst haben sich Eier angeblich für einen kranken SS-Kameraden gegen Bezahlung besorgt. Erst nach Erledigung dieser Ihre Pflicht verletzenden Handlung haben Sie sich mit dem Häftling zu Ihrem Arbeitsplatz zurückbegeben. Während des Wegs wurden Sie von Ihrem Kompaniechef SS-Obersturmführer Kollmer und SS-Obersturmführer Schwarz, Schutzhaftlagerführer, angetroffen. Trotz Ihrer bisherigen guten Führung und eifrigen Teilnahme am Dienst betrachte ich es als meine Pflicht, Sie mit dem höchsten Strafmaß eines Kompaniechefs zu bestrafen. Der Führer der 4. Kompanie: SS-Sturmbann KL Auschwitz
1945
(als das Lager geräumt wurde, kam er zunächst nach Dora, dann nach Oranienburg, und schließlich am 4. Mai in amerikanische Gefangenschaft, war dann in Ludwigsburg im Internierungslager, wurde aber dort sehr bald wieder entlassen)
17. Mai 1961
Vernehmung
Aussage Wildermuth Willy
Ich wurde durch den fürchterlichen Gestank angelockt und habe mir dabei die Verbrennung ansehen können. Es war schon Nacht, und das Feuer war schon fast am Verlöschen. Ich konnte aber noch das aufgeplatzte Fleisch sehen.
17.05.1961
polizeiliche Vernehmung vom 17.05.1961 in Oppenweiler (4 Ks 2/63)
Aussage Wildermuth Willy
Der Zeuge Wildermuth nannte in seiner Vernehmung folgende Angehörige der Fahrbereitschaft: Ludwig Holze, Eduard Lorenz, Fritz Gaar, Richard Böck, Theo Küpper, Otto Vollrath, Dworak, Adam Hradil, Josef Kaufmann
17.05.1961
Aussage des Wachmanns Arthur Willi Wildermuth vom 17.05.1961 vor dem Oberstaatsanwalt beim Landgericht Frankfurt (SO 5 Bl. 31ff), wonach an der Rampe auch immer SS-Leute mit Gewehren gestanden hätten, die vermutlich zu einer Wachkompanie gehört hätten.
03.07.1963
Vernehmung des Zeugen Arthur Willi Wildermuth durch Landgerichtsrat Dr. Düx in Backnang
17.09.1964
1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main
90. Verhandlungstag, 17.09.1964
Vernehmung des Zeugen Willy Wildermuth