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Deutschland, Bundesland Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Karlsruhe

Nachbargemeinden:
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Eingemeindungen
1891 Neuenheim
1903 Handschuhsheim
1920 Wieblingen
1920 Kirchheim
1927 Rohrbach
1920/35 Grenzhof
1975 Ziegelhausen

Geschichte

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet; ihre Geschichte reicht aber bis in keltische und römische Zeiten zurück. Vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1720 war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz

17.10.1907

Das Heidelberger Bezirksamt verurteilt einen US-amerikanischen Staatsbürger "wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses" zu fünf Tagen Haft und verweist ihn des Landes. Der reiche US-Amerikaner hatte zwei Arbeitslosen 50 Mark Belohnung versprochen, wenn sie öffentlich auf dem Marktplatz von Heidelberg Pferdemist essen würden, was die beiden taten.

25.07.1922

In Heidelberg wird die neue medizinische Klinik in Anwesenheit des badischen Staatspräsidenten Hermann Hummel (DDP) eingeweiht. Die Baukosten für das 400 Räume umfassende Krankenhaus betrugen 18 Mio. Mark.

25.03.1935

SS Befehlsblatt 1935
3 Jahrgang Nummer 3
Berlin, den 25.03.1935
Ein angeblicher SS-Mann Konrad Billing, Heidelberg Kronprinzenstraße 34, der den dortigen SS Dienststellen nicht bekannt ist, hat sich bei einem Schneider in Heidelberg einen SS Uniformrock ohne Bezahlung fertigen lassen und ist unbekannt verzogen. Alle SS Dienststellen werden aufgefordert, bei Auftauchen desselben Bericht nach hier zu geben, damit die Angelegenheit weiter verfolgt werden kann.
SS Hauptamt, Ergänzungsamt

Nationalsozialismus

Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten Heidelberger Nationalsozialisten die Synagogen in der Altstadt und Rohrbach nieder und deportierten am nächsten Tag 150 Heidelberger Juden in das Konzentrationslager Dachau. Knapp zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, wurden in der „Wagner-Bürckel-Aktion“ über 6000 badische Juden, darunter 280 aus Heidelberg, in das Internierungslager Camp de Gurs nach Südwestfrankreich deportiert. Nur ganz wenige überlebten.

Lager und Haftstätten 1932-1946

Gefängnis Oberer Fauler Pelz 1

30.03.1945

Am 30. März konnten die amerikanischen Truppen der 3th US Infantry Division of the 7 US Army einmarschieren, ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen. Die amerikanischen Truppen konnten viele Gebäude in der Stadt für ihre Zwecke übernehmen, u. a. die Großdeutschland-Kaserne, die seitdem den Namen Campbell Barracks trägt. Bis Kriegsende war das deutsche Infanterieregiment 110 dort stationiert, das der 33. Infanteriedivision und ab Ende 1940 der 112. Infanteriedivision unterstellt und im Frankreich- und Russlandfeldzug eingesetzt worden war.

1972

In Heidelberg erschießt ein Polizist den Sinto Anton Lehmann, worauf zahlreiche Sinti an einer Demonstration teilnehmen; dieser Anlass führt
mittelbar dazu, dass das “Zentralkomitee der Sinti Westdeutschlands“ sich als “Verband deutscher Sinti“ neu konstituiert, bei gleichbleibendem Tätigkeitsfeld.

Personenverzeichnis

SS-Oberscharführer
Jurasek Kurt (Hans)
* 12.07.1922 in Wien
letzter bekannter Wohnort: Heidelberg Schröderstraße 52
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

Lächert Hildegard
* 19. März 1920 in Berlin
+ 1995
Aufseherin in den Konzentrationslagern Ravensbrück, Majdanek und Auschwitz.
Von April bis Juni 1944 war sie als Aufseherin in den Außenlagern
Rajsko und Budy des KZ Auschwitz tätig.
Nachdem sie bereits 1946 in Internierungshaft genommen wurde, stand sie beim Krakauer Auschwitz-Prozess vom 24. November 1947 bis zum 22. Dezember 1947 vor Gericht. Am 22. Dezember 1947 wurde sie zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie bis zu ihrer Entlassung 1956 in Polen verbüßte. Lächert soll nach ihrer Haftentlassung in Heidelberg gelebt und als Hilfsarbeiterin sowie als Putzfrau in einem Bordell gearbeitet haben. Noch 1979 kandidierte sie bei der Europawahl für die rechtsradikale „Aktionsgemeinschaft Nationales Europa" auf Listenplatz 4. Im
Majdanek-Prozess, der ab Mitte der 1970er Jahre vor dem Landgericht Düsseldorf stattfand, wurde sie der Mordbeihilfe in 1196 Fällen beschuldigt und am 30. Juni 1981 wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum Mord an mindestens hundert Menschen zu zwölf Jahren Haft verurteilt.