Saga der großen Flucht ----- Zur Nacht sind wir aufgebrochen, beim Nachbarn hat's schon gebrannt. Die Panzer kamen gekrochen, wir sind ums Leben gerannt. -- Die Männer, die Buben erschossen, die Frauen - wer redet es aus? Umsonst alle Tränen geflossen. Würgeengel Mongolenfaust! -- Wir sind übers Haff gefahren bei Tauwetter übers Eis, die Wagen, die Pferde waren, wir selber vom Schneesturm weiß. -- Wie viele im Wasser versunken! Die Tiefe gibt keinen mehr her. Wir haben Schmelzwasser getrunken, wir froren und hungerten sehr. -- Gepfercht dann in Kolbergs Gassen! Die Russen schossen hinein - mein Gott, du hast uns verlassen! Unsere Herzen wurden zu Stein. -- Wir suchten per Schiff zu entkommen. Auf hoher See torpediert, ein Prahm hat uns übernommen. Der Prahm wurde bombardiert. -- Wir sind in der See getrieben, bei zwanzig Grad Kälte und Wind, wo ist meine Schwester geblieben? Die Mutter? Mein Mann? Und mein Kind? -- Wir wurden an Land gespien, wir lagen dort kalt und erstarrt, wir haben um Hilfe geschrien - die Herzen der Menschen sind hart. -- Wir können es nicht erzählen, die anderen glauben es nicht, wir müssen uns einsam quälen. Wann kommt das große Gericht? ---------- Jugend vergiss das nicht!