Bezeichnung: Einsatzort der III. SS-Baubrigade, dem Konzentrationslager Buchenwald unterstellt
Gebiet
Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreisfreie Stadt Dortmund
Gebiet heute
Eröffnung
01.03.1943
Schließung
vor dem 11.05.1944 überstellung nach Hauptstelle der III SS-Baubrigade Wieda
Unterstellung
Häftlinge
50-80
Geschlecht
Männer
Einsatz der Häftlinge bei
Art der Arbeit
Aufräumarbeiten
Bombenentschärfung
Lagerausstattung
Ausstattung der Insassen
Lageralltag
Bemerkungen
Massaker in Isenschnibben bei Gardelegen
Die Bombensprengkommandos der III. SS-Baubrigade wurden im Sommer 1943 von
Köln
Düsseldorf-Grafenberg (KL Berta)
Düsseldorf (Kirchfeldstraße I)
Düsseldorf (Kirchfeldstraße II)
Duisburg
an zahlreichen Orten im Rhein/Ruhrgebiet eingesetzt:
Elberfeld-Barmen
Essen
Jülich
Mönchengladbach
Krefeld
Wesel
Gelsenkirchen
Bottrop
Mühlheim
Hagen,
Witten
Schwelm
Im Rahmen dieser Einsätze kam es vor, daß die Häftlinge nachts außerhalb der Lager untergebracht waren.
Zusätzlich befanden sich über mehrere Monate Sprengkommandos in
Dortmund
Bochum
Aachen
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Die III. SS-Baubrigade umfasste etwa 1200 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Buchenwald bei Weimar und später aus dem Konzentrationslager Mittelbau bei Nordhausen. Die meisten waren aus Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Polen und der Sowjetunion. Ihre Bewachung erfolgte überwiegend durch Luftwaffenangehörige.
Durchschnittlich 300 Häftlinge waren im Hauptlager Wieda untergebracht. Viele waren zum Barackenbau im Bereich der Rüstungsbetriebe um den Kohnstein zwischen Woffleben und Niedersachswerfen eingesetzt. Andere versorgten die dem Lager Wieda unterstellten KZ-Außenlager in Mackenrode, Nüxei und Osterhagen, deren Insassen eine Umgehungsbahn zwischen Osterhagen und Nordhausen, die unvollendet gebliebene Helmetalbahn, errichten mussten. Die Häftlinge wurden auch für Zivilarbeiten an Betriebe verliehen, die aus gefährdeten Großstädten in den Südharz ausgelagert waren, 6 Reichsmark Tagesmiete nahm die SS für gelernte Häftlinge ein, 4 RM für ungelernte.
Viele Häftlinge haben die Zwangsarbeit, die gezielte Vernachlässigung durch Hunger, Kälte und Krankheit sowie das Terrorregime von SS und Kapos auf den Baustellen und in den Lagern nicht überlebt. Sechs noch am Tag der Auflösung des Lagers umgekommene Häftlinge ruhen als Unbekannte auf dem Wiedaer Friedhof.
Bei Heranrücken der Alliierten wurde am 7. April 1945 das Lager Wieda mitsamt den drei Außenlagern, zusammen 1135 Personen, evakuiert, davon 800 in Fußmärschen über den Harz nach Norden und 335 Gehunfähige in Güterwaggons. Nur wenig mehr als die Hälfte der Menschen hat diese Strapazen überlebt. Viele von ihnen wurden unterwegs von der SS ermordet, Hunderte bei Gardelegen lebendig verbrannt.